Johannes Hansen, 
Ulrike Schrimpf

» und wenn ich dir erzähle dass ich damals
durch einen birkenwald ging mit zusammen
gekniffenen augen so dass ich das rauschen
besser hören konnte von abwesenden bergen « 
-
Ulrike an Johanna

» mit offenen augen schlafen ist noch die leichteste
übung du kennst das aufschrecken hinfallen die
krisengebiete und schlaglöcher unhaltbar rutschst
du aus in all den räumen mit angezogenem grundriss « 
Johanna an Ulrike

Screenshot 2021-09-27 at 10.41.11.png
 

Mit »Je te flingue« treffen Gedichte von Ulrike Schrimpf auf Bilder von Johanna Hansen und verwandeln deren »Pariser Skizzen« sprachlich in Bild-Text-Paare mit mentaler und sinnlicher Messerschärfe. Da haben sich zwei getroffen, die gern schonungslos ablichten zu shootings – im Sinne von Fotos, aber auch mit dem Messer oder Revolver – oder Lippenstift als Waffe. Sie sehen sich in ihrer Weiblichkeit nicht als Objekte, nicht als targets, sondern zielen selber hin. Auf sinnliche Ziele, aber auch in sich selbst hinein, in dieser Spannung zwischen den Gegensätzen, zwischen Schweigen und Sprechen, Zeigen und Verbergen.    

— Kristian Kühn

In der edition Melos und mit Bildern der deutschen Künstlerin Johanna Hansen